Eine Porträtreihe von Christoph Stenzel
stadt.teil.GESICHTER.altenessen#2
Über diese Porträtreihe
2022 entstand die erste Ausgabe der stadt.teil.GESICHTER.altenessen, die Menschen porträtierte, die hier ihren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt haben. Der Erfolg und die Resonanz auf die Ausstellung und ihr Konzept war überwältigend. Die Besucherzahlen übertrafen all unsere Erwartungen. Die Ausstellung wurde an verschiedenen Orten im Stadtteil gezeigt und hat große Sichtbarkeit geschaffen: Für Menschen, die mit ihrer Arbeit das alltägliche Zusammenleben in unserem Quartier ermöglichen und bereichern.
Auch in dieser zweiten Ausgabe porträtieren wir Menschen, die mit ihrem Tun wesentlich zum Gemeinwohl beitragen: Sie alle engagieren sich für ihre zivilgesellschaftlichen “Herzensprojekte” und die Menschen im Stadtteil. Mit ihrer ehrenamtlichen Arbeit tragen sie zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Ohne sie wäre Vieles nicht möglich, würde Vieles nicht funktionieren. Ihr Engagement ist Teil unseres Alltags, bereichert unser Leben in ganz unterschiedlichen Bereichen, über Generationen hinweg.
Über diese Porträtreihe
Es geht in dieser Ausstellung aber nicht nur um Sichtbarkeit und Wertschätzung für alle diejenigen, die sich in ihrer Freizeit für andere Menschen oder die Gemeinschaft einsetzen. Die Ausstellung soll auch Mut machen und im besten Fall Inspiration sein, dass Thema “Ehrenamt” für zu entdecken. Denn es scheint “sich zu lohnen” - die Arbeit gibt viel zurück. Alle Porträtierten berichten von Kraft und Zuversicht, die sie aus ihrem Engagement schöpfen, von Freude und Erfüllung, die sie in ihrer Arbeit erfahren, von dem guten Gefühl, etwas bewirken zu können.
Die entstandenen Fotografien und die Aussagen der Porträtierten geben sehr persönliche Einblicke, und erzählen von den vielfältigen Angeboten und Initiativen in unserem Stadtteil.
Wir danken allen, die mitgemacht haben und uns teilhaben lassen!
Demir Kadir
Fußballtrainer
BVA 06
Seit 2002 lebe ich in Altenessen. Ich habe hier nicht nur meine Heimat gefunden, sondern auch den Ort, an dem ich mich seit 2021 mit viel Herzblut ehrenamtlich beim BVA 06 engagiere.
Vom Getränkeverkauf über die Arbeit als Trainer im Jugendbereich bis hin zur Mitarbeit im Vorstand – mein Engagement im Verein ist vielfältig. Es macht mir Freude, den Kindern etwas beizubringen, sie zu fördern und ihre Entwicklung mitzuerleben. Mir ist es vor allem wichtig, ihnen einen Platz und eine Chance zu geben - gerade denjenigen, die sonst vielleicht keine hätten.
Besonders motiviert mich, ihr Selbstvertrauen zu stärken und durch Freude, Teamgeist und Zusammenhalt viele strahlende Momente im Sport zu schaffen, die auch mir selbst Erfüllung geben.
Ralf Angenendt
Trainer
Germania 1888 Essen-Altenessen e.V.
In Altenessen geboren und aufgewachsen, habe ich hier meine Leidenschaft für den Ringsport entdeckt und engagiere mich seit vielen Jahren als Geschäftsführer, Trainer und Allrounder mit ganzem Herzen für den Verein Germania 1888 Essen-Altenessen e.V..
Meine Motivation ist es, Kinder von der Straße zu holen, sie sportlich wie auch persönlich zu fördern und ihnen Werte wie Disziplin, Zuverlässigkeit, Teamgeist und Durchhaltevermögen mit auf ihren Lebensweg zu geben.
Besonders erfüllend ist für mich das Engagement und die Dankbarkeit der Kinder – ihre Entwicklung zu beobachten, ihre Erfolge mitzuerleben und ihr strahlendes Lächeln nach einem Sieg zu sehen, ist die schönste Bestätigung meiner Arbeit.
Thorsten Tomczyck
Team Demokratie
Ich wohne in Altenessen-Nord und fühle mich hier sehr wohl. Gerne möchte ich dazu beitragen, dass die Menschen in Altenessen respektvoll und friedlich miteinander leben.
Deshalb engagiere ich mich u.a. im Team Demokratie, einer überparteilichen und unabhängigen Initiative, die sich für die Stärkung der Demokratie und einer Kultur des Respekts und guten Miteinanders einsetzt. 2025 haben wir mit verschiedenen Aktionen dafür geworben, bei den Wahlen demokratischen Parteien die Stimme zu geben.
Wir haben viele Unterstützer:innen gewinnen können und zahlreiche positive Rückmeldungen bekommen – ein tolles Gefühl, das wirklich motiviert.
Barbara Wehling
AG Bauen und Wohnen
der Altenessen-Konferenz
Altenessen begleitet mich schon mein ganzes Leben: Ich bin im Stadtteil geboren und wohne bis heute hier. Altenessen ist für mich Heimat.
Ich bin Mitglied der AG Bauen und Wohnen der Altenessen-Konferenz. Über die Jahre habe ich die Veränderungen im Stadtteil miterlebt – die guten wie die schlechten. Ich möchte aktiv daran mitwirken, dass sich Dinge zum Positiven verändern.
In der AG Bauen und Wohnen bemühen wir uns darum, dem Leerstand von Geschäften auf der Altenessener Straße entgegenzuwirken und die Aufenthaltsqualität dort zu verbessern. Eine spannende Arbeit, die mittlerweile Früchte trägt: einige Immobilien sind wieder vermietet bzw. sind auf dem Weg in die Vermarktung.
Durch mein Ehrenamt habe ich viele Menschen und Institutionen kennengelernt und fühle mich als Teil einer Gemeinschaft. Das macht mir große Freude.
Robert Wahl
Saunameister
SGZ Altenessen
Seit vielen Jahren ist das Sport und Gesundheitszentrum Altenessen e.V. für mich ein ganz besonderer Ort. Ich bin nicht nur Mitglied eines Vereins, sondern kann als Saunameister auch einen Beitrag für die Gemeinschaft und für die Menschen in Altenessen leisten.
Es erfüllt mich, den Menschen Momente der Ruhe und Entspannung zu schenken und ihnen so im Alltag etwas Gutes zu tun.
Am schönsten sind für mich die Begegnungen mit den Gästen, ihre Dankbarkeit und das Gefühl, durch mein Engagement einen kleinen, aber wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden der Menschen im Stadtteil zu leisten. Das ist eine sehr erfüllende Aufgabe, die mir selbst viel Freude schenkt.
Bernadette Frequin
Initiative Bücherschränke für Altenessen
Seit 27 Jahren lebe ich in Altenessen und fühle mich hier rundum zuhause – vor allem wegen der Offenheit, Ehrlichkeit und der bunten Vielfalt der Menschen.
Ich engagiere mich ehrenamtlich in verschiedenen Zusammenhängen, vor allen Dingen bei den Bücherschränken. Die Bücherschränke bieten für jede(n) kostenlos die Möglichkeit, mit Büchern in Kontakt zu kommen. Mein Steckenpferd ist die Kinderliteratur und ich freue mich, dass gerade die Kinderbücher so gut angenommen und mitgenommen werden.
Was mir am meisten gefällt ist der Kontakt mit vielen neuen Mitstreiter*innen und die Gespräche mit Altenessener, die offen über ihr Leben sprechen. Das Letzte sind kleine Geschenke. Mit meinem Engagement möchte ich dazu beitragen, Altenessen noch ein Stück schöner, lebendiger und gemeinschaftlicher zu gestalten.
Christel Krüger
Friedrich-Ebert-Seniorenzentrum
Ich bin in Altenessen geboren, habe mein ganzes Leben hier verbracht und fühle mich diesem Stadtteil mit seinen Menschen tief verbunden.
Seit mehr als 20 Jahren engagiere ich mich ehrenamtlich im Friedrich-Ebert-Seniorenzentrum, wo ich mit Zeit, Geduld und Einfühlungsvermögen die Bewohnerinnen und Bewohner begleite. Dabei versuche ich immer, ihre Würde und Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu stellen.
Dieses Engagement ist für mich längst ein selbstverständlicher Teil meines Lebens, der mich mit Freude und Dankbarkeit erfüllt, weil ich sehe, wie sehr die Menschen meine Unterstützung schätzen und wie viel Wärme und Herzlichkeit ich selbst zurückbekomme.
Günter Napierala
vielfältig engagiert
Bürgerinitiative A52
Seit 45 Jahren lebe ich mit meiner Familie in Altenessen – hier bin ich zu Hause, hier schlägt mein Herz. Auch wenn mich mein Beruf als Techniker in die Welt geführt hat, bin ich immer wieder gern hierher zurückgekehrt.
Als 1987/88 die A 52 mitten durch unseren Stadtteil führen sollte, konnte ich nicht tatenlos zusehen. Gemeinsam mit vielen engagierten Menschen haben wir eine Bürgerinitiative gegen den Bau gegründet. Mit vielen Aktionen, Infoveranstaltungen, Festen und einer großen Protestveranstaltung hier im Helenenpark kämpften wir damals für den Erhalt unserer Heimat– und wir haben viel bewegt.
Bürgerschaftliches und ehrenamtliches Engagement zieht sich in verschiedenen Feldern wie ein roter Faden durch mein Leben und bereichert es immer wieder.
Peter Agert
Kirchengemeinde St. Hedwig
Seit 74 Jahren lebe ich in Altenessen und habe mich mein Leben lang ehrenamtlich für meine Gemeinde St. Hedwig engagiert – erst in Gremien und Gruppen, heute mit kreativen Projekten außerhalb klassischer Gemeindestrukturen.
Mein Fokus liegt darauf, kirchenferne Menschen durch besondere Formate für gelebtes Christentum zu interessieren. Wir planen und organisieren Konzerte oder auch das „Kino in der Kirche“ wo wir nicht nur sehenswerte Filme zeigen sondern, die Gäste auch zum anschließenden Austausch einladen.
Motivation schöpfe ich aus den vielen Gesprächen und der bereichernden Zusammenarbeit mit Gleichgesinnten im Team, um den pastoralen Raum offen und einladend für alle zu gestalten.
Eva Hohmann
Gabenzaun Altenessen
Altenessen ist für mich mehr als ein Stadtteil – es ist durch meine Familie, meine Schulzeit und viele persönliche Erinnerungen ein Stück Heimat und Lebensweg geworden.
Der Gabenzaun ist ein Ort in Altenessen, an dem alle Menschen willkommen sind, egal welcher Herkunft, welcher Kultur und Hautfarbe. Hier organisiere ich die Küche und begleite das Begegnungscafé. Damit schenken wir Menschen in schwierigen Lebenslagen ein Stück Wärme, Gemeinschaft und Hoffnung.
Die Begegnungen, Gespräche und die Dankbarkeit der Gäste sowie der starke Zusammenhalt im Team berühren mich tief und zeigen mir immer wieder, wie wertvoll Mitgefühl und gelebte Solidarität sind.
Carina Klein
Schulexpress Bückmannshofschule
Seit sechs Jahren lebe ich in Altenessen und engagiere mich mit großer Überzeugung in dem Verkehrsprojekt „Schulexpress Bückmannshofschule“. Die Idee ist ganz einfach: An fünf Haltestellen rund um die Schule herum können die Kinder sich morgens treffen und gemeinsam zur Schule laufen.
Mir ist es wichtig, die zum Teil chaotische Autosituation vor der Schule zu verringern und den Kindern stattdessen einen sicheren, gesunden und gemeinschaftlichen Schulweg zu ermöglichen, den sie jeden Tag eigenständig gehen können.
Am meisten Freude macht es mir zu sehen, wie die Kinder auf ihrem Weg Bewegung, frische Luft, Gespräche und schöne Begegnungen miteinander erleben – ein wertvoller Start in den Schultag.
Lena Stieler
Vorbereitungskreis
Altenessen-Konferenz
Altenessen ist seit über 40 Jahren mein Zuhause. Auch wenn nicht alles perfekt läuft, glaube ich fest an die Stärke und das Potenzial unseres Stadtteils.
Im Vorbereitungskreis der Altenessen Konferenz engagiere ich mich mit Leidenschaft für positive Veränderungen bei uns im Bezirk. Wir planen und organisieren zweimal im Jahr die Konferenz, die sich mit Themen aus Altenessen, Vogelheim und Karnap beschäftigt. Wir ermöglichen Austausch und Teilhabe - gemeinsam gestalten statt nur zuschauen. Gemeinsam haben wir schon viel bewegt.
Mein Motto lautet: Nicht meckern, machen! Mich motivieren Menschen, die sich füreinander einsetzen – mit Optimismus, Tatkraft und dem Willen, etwas zu bewegen.
Ulrike Fischer
Übungsleiterin
Tus Altenessen 1919
Altenessen ist mein Zuhause – hier lebe ich mit meiner Familie und setze mich mit Herz für die Kinder im Stadtteil ein. Mir ist wichtig, dass sie Freude erleben, ihre Talente entdecken können und gemeinsame Erlebnisse teilen.
Seit über elf Jahren leite ich mit Begeisterung Kinderturn- und Schwimmgruppen beim Tus Altenessen 1919.
Dabei vermittle ich nicht nur Spaß an Bewegung, sondern auch gesunde Ernährung und Teamgeist. Mein Engagement trägt dazu bei, dass Altenessen ein Ort bleibt, an dem Kinder sich wohlfühlen, wachsen und stark werden.
Mich motiviert das Leuchten in den Augen der Kinder. Zu sehen, wie sie Selbstvertrauen gewinnen und über sich hinauswachsen, erfüllt mich mit Freude und Stolz.
Rita Gröber
Zuhörerin
Zuhör-Bank Altenessen
Ich bin in Altenessen aufgewachsen, habe hier prägende Jahre meiner Kindheit und Jugend erlebt und bin nach einigen Stationen bewusst zurückgekehrt, weil dieser Stadtteil für mich immer Heimat geblieben ist.
Ich engagiere mich bei AugenBlick.mal.Altenessen in verschiedenen Projekten, u.a. beim Sommerprogramm, aber „mein Projekt“ ist die Zuhörbank. Hier stelle ich mich von März bis Oktober einmal im Monat an einem Freitag zum Zuhören zur Verfügung und lade ein, mich auf meiner Bank zu besuchen. Mit meinem Angebot schaffe ich bewusst einen Ort, an denen Menschen ins Gespräch kommen und echte Wertschätzung erfahren können.
Mein Wunsch ist es, dazu beizutragen, dass Altenessen als lebendiger, offener und liebenswerter Stadtteil wahrgenommen wird – von den Menschen hier und von allen, die ihn neu kennenlernen.
Jonathan Wolf
Freiwillige Feuerwehr
Ich bin in Altenessen geboren und aufgewachsen, dieser Stadtteil ist mein Zuhause. Mit zehn Jahren bin ich zur Jugendfeuerwehr Altenessen gekommen. Obwohl wir heute zur Freiwilligen Feuerwehr Essen-Mitte gehören, liegen meine Wurzeln nach wie vor hier im Viertel.
Ich bin Teil der Einsatzabteilung. Wenn der Melder geht, rücken wir aus, um Menschen in der Stadt zu helfen. Mich motiviert vor allem, dass ich etwas Sinnvolles mache. Es ist ein tolles Gefühl, anderen in schwierigen Momenten zur Seite zu stehen. Bei der Feuerwehr zählt Teamwork. Besonders gefällt mir, dass wir uns im Einsatz aufeinander verlassen können und gemeinsam wirklich etwas bewirken. Außerdem mag ich die Kameradschaft – man hält einfach zusammen.
Mein Ehrenamt gibt mir das Gefühl, meiner Stadt etwas zurückzugeben, und wenn ich ehrlich bin, macht mich das schon etwas stolz.
Yousra Al Laboui
Jugendvorstand
Gemeinde Islamischer Bund Essen e.V.
Ich bin in Altenessen aufgewachsen und fühle mich dem Stadtteil stark verbunden, Altenessen hat mich geprägt, durch seine Menschen, seine Vielfalt und seinen besonderen Zusammenhalt.
Ich bin Mitglied und Jugendvorstand der Gemeinde Islamischer Bund Essen e.V.. Wir bieten ein vielfältiges Programm für Kinder und Jugendliche, unter anderem Workshops und Seminare zu verschiedenen Themen, politische Bildung, Bildungsangebote, Sportaktivitäten und vieles mehr.
Mich motiviert vor allem der Wunsch, Kindern und Jugendlichen einen Raum zu bieten, in dem sie sich wohlfühlen können und die Möglichkeit haben, sich selbst weiterzuentwickeln. Die positiven Reaktionen und Rückmeldungen der Kinder sowie der Eltern zeigen, wie wertvoll und notwendig solche Angebote für junge Menschen in unserem Stadtteil sind.


















